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Kultur

1. Sie bekommen 10.000,00 Euro um sie für ein Kulturprojekt einzusetzen. Wofür setzen Sie das Geld ein?

Damit könnten die erfolgreichen Veranstaltungen des Greifswalder Innenstadtverein besser unterstützt werden. Aber auch auch große Konzerte privater Veranstalter sollten endlich gefördert werden, wie dies in anderen Städten wie Stralsund, Wolgast und Anklam der Fall ist.

Deshalb finden in diesen Städten weiterhin solche Konzerte mit großer Anziehungskraft statt, nicht aber mehr in Greifswald. Die „Kompetenz für Vorpommern“ konnte sich hier leider nicht gegen die links/grüne Mehrheit in der Bürgerschaft durchsetzen.

Die erheblichen Ausgaben der Stadt für unser Theater stehen nicht im Verhältnis zu der völlig fehlenden Unterstützung großer Konzertveranstaltungen in den vergangenen Jahren im Strandbad Eldena, von denen sehr viele Personen angesprochen worden sind.

2. Wie kann sich die Stadt langfristig ein Theater leisten?

Wir sind stolz auf unser Theater, aber Kultur ist eben nicht nur Theater. Anders als viele andere Städte leisten wir uns ein Drei-Sparten-Theater (Schauspiel, Ballett, Orchester), so dass jede Eintrittskarte sehr hoch subventioniert werden muss. Dieses Geld fehlt für andere, nicht nur kulturelle Bereiche.

Es muss ernsthaft diskutiert werden, in welchem Umfang wir uns ein Theater in Zukunft leisten möchten, damit wir uns langfristig überhaupt ein Theater leisten können. Das Land muss hier stärker in die Pflicht genommen werden.

Die linksgrüne Oberbürgermeistermehrheit verweigert sich leider mittelfristigen finanzpolitischen Überlegungen gänzlich, was sich in diesem Wahlkampf anhand der zahlreichen uferlosen Wahlversprechen in allen Themenfeldern widerspiegelt. Fremdes Geld, das Geld aller Greifswalder Bürger, lässt sich eben sehr leicht ausgeben. Dass der Oberbürgermeister den Überblick über die eigene Finanzlage verloren hat, wie die letzte Haushaltsposse zeigt, kommt erschwerend hinzu.

3. Braucht Greifswald ein Denkmal für Ernst Moritz Arndt?

Wir sind für ein Denkmal für Ernst Moritz Arndt, welches durch Spenden finanziert wird. Ernst Moritz Arndt war ein sehr mutiger und vorausschauender Mann, auf den Greifswald und eigentlich auch die Universität stolz sein sollte.

Ihn charakterlich auf den Antisemitismus zu reduzieren und dies ausschließlich aus dem heutigen Blickwinkel zu beurteilen, halten wir für falsch. Gerade durch ein Denkmal, gern mit einer erläuternden Tafel zu den Umständen der Ablegung dieses Namens durch die Universität, kann das Thema Antisemitismus und seine Gefahren aber auch die von Überreaktionen vor diesem Hintergrund aufgegriffen werden, so dass ein Denkmal für Ernst Moritz Arndt nicht eine Fragestellung von schwarz und weiß bzw. links- und rechts ist, sondern eine Chance bietet.

3. Greifswalds Kulturkalender ist prall gefüllt, viele Veranstaltungen seit Jahren etabliert. Sind Festivals wie die Bachwoche und die Jazz Evenings noch zeitgemäß? Falls nein, welche Alternativen schlagen Sie vor?

Wir halten die Bachwoche und die Jazz Evenings für Erfolgsgeschichten und sollen diese nicht nur wegen ihrer touristischen Anziehungswirkungen weiterhin unterstützt werden. Kultur ist eben nicht nur das Theater. Die Bachwoche, die Jazz Evenings und das Theater haben allerdings ihren speziellen Interessentenkreis, der bei weitem nicht alle Bürger Greifswalds umfasst.

Es müssen deshalb auch andere Veranstaltungen unterstützt werden, die breitere und andere Bevölkerungsschichten ansprechen, wie beispielsweise Großkonzerte moderner Musikrichtungen, aber auch Veranstaltungen zum public-viewing. Kultur ist umfassender, nämlich alles, was Menschen zu einer erlebbaren friedlichen Gemeinsamkeit zusammenführt und nicht nur das, was einige für kulturell bedeutsam halten.

4. Der Kulturtourismus lockt Gäste in die Stadt, ein Anziehungspunkt ist Caspar David Friedrich. Wie sollte die Stadt die Marke „Caspar David Friedrich“ weiterentwickeln?

Wir halten die Marke „Caspar David Friedrich“ für sehr gut etabliert und sollten uns eher Gedanken machen, wie wir die Marke „Ernst Moritz Arndt“ retten können. Ein zeitgemäßes Denkmal kann da ein erster Schritt sein. Es dürfte auch sinnvoll sein, beide Namen – aber auch die von anderen geschichtsträchtigen Personen wie beispielsweise Sibylla Schwarz, Wolfgang Koeppen und Hans Fallada – gemeinsam für die Stadt zu vermarkten.

4. Wie wollen Sie die freischaffende Kunst- und Kulturszene in Greifswald konkret stärken?

Wir sind der Überzeugung, dass sich Kultur nicht nur auf das Theater reduziert. Wir müssen auf unseren Finanzhaushalt achten, so wie jeder auch auf seinen privaten Haushalt achtet, damit in Zukunft überhaupt noch die Kunst- und Kulturszene gestützt werden kann.

Den von der links/grünen Mehrheit eingeschlagenen Weg, eine zusätzliche hauptamtliche Stelle für einen Kulturbeauftragten zu schaffen, halten wir für falsch. Das brauchen wir nicht und sollte dieses Geld besser in konkrete Projekte und nicht in die Verwaltung fließen. Ein solches Projekt könnte – ähnlich dem Gründerzentrum für Technologie – auch ein zu errichtendes Zentrum für kunst- und kulturschaffende Menschen sein, welches unbürokratisch Möglichkeiten schafft, ohne sich inhaltlich einzumischen.

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